Unsere liebe Lea Moeller konnte mit ihrer inspirierenden (Berufs-)Geschichte zu einem „magischen Moment“ und einer interessanten Ausstellung beitragen. Als junge alleinerziehende Mutter hat sie es dank dem Projekt „Junge Eltern und Beruf“ und ihrer positiven Einstellung geschafft, ihre Ausbildung beim TEAM BENEDIKT in Teilzeit erfolgreich zu absolvieren. Seit inzwischen fünf Jahren sind wir froh, sie als kompetente und stets gut gelaunte Mitarbeiterin bei uns zu haben.

SkF, der Sozialdienst katholischer Frauen in Würzburg hat zum 10-jährigen Jubiläum des Projekts „Junge Eltern und Beruf“ eine Ausstellung Wechselbeziehung – der Weg mit Kind und Ausbildung veranstaltet.

Teilzeitberufsausbildung – Kind und Ausbildung gerecht werden
Eigentlich war mir eine Ausbildung nach meinem Studienabbruch gar nicht so wichtig. Aber in Deutschland geht nichts ohne Ausbildung. Mein Ausbildungsbetrieb war sehr familienfreundlich, meine Chefin wusste, was es heißt, alleinerziehend zu sein. Ich musste kein schlechtes Gewissen haben, wenn ich z.B. wegen einer Schulaufführung meiner Tochter früher gehen musste. Auch ich war flexibel. Wenn viel los war, bin ich länger im Büro geblieben. Eine Win-Win-Situation. Durch die Teilzeitausbildung bin ich meinem Kind und meinem Ausbildungsbetrieb gerecht geworden.

Keine Flexibilität in der Berufsschule
Das Problem, dass in der Berufsschule keine Flexibilität möglich war, konnten wir lösen. Ich hatte meine Berufsschulpflicht erfüllt und bin dann im letzten Ausbildungsjahr nicht mehr zur Schule. Ich war einen Tag länger im Büro und habe freitags von zu Hause aus den Berufsschulstoff für die Abschlussprüfungen gebüffelt.

Gelerntes auch zu Hause anwenden
Ich habe in der Ausbildung viel gelernt, was ich auch in die Familie einbringen kann: Struktur und Disziplin, vor allem habe ich Selbstbewusstsein gewonnen. Mit 18 schon ein Kind und alleinerziehend – von der Gesellschaft nicht so hoch gepriesen. Auf der Arbeit habe ich erfahren, was ich alles kann. Meine innere Einstellung hat sich verändert und das erworbene Selbstvertrauen gebe ich an mein Kind weiter.

Kind ist oberste Priorität
Ich hatte – und habe auch heute – genug Zeit für mein Kind. Die Nachmittage können wir meistens zusammen verbringen. Nach der Schule hat meine Tochter erst mal Zeit zu chillen. Wenn ich dann nach Hause komme, helfe ich ihr bei den Hausaufgaben und wir verbringen viel Zeit am Main. Wenn mein Kind älter ist, kann ich mich weiterbilden.

Es lohnt sich Abstriche im Beruf in Kauf zu nehmen und nicht in der Familie.

L., Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement mit reduzierter Stundenzahl von 25 Stunden/Woche. Ausbildungsabschluss 07/2016