Am Montag, 15. August 2022 verstarb Friedrich Assländer. Wir trauern um unseren Mitbegründer, langjährigen Kursleiter, ehemaligen Gesellschafter und Freund. Unser Mitgefühl gilt seinen Kindern und Enkeln.

Ein sehr persönlicher Nachruf

Mit dir, Friedrich, habe ich eine sehr glückliche Phase meines Arbeitslebens erlebt. 2004 haben wir gemeinsam mit Pater Anselm Grün das Kursprogramm FÜHREN UND GEFÜHRT WERDEN ins Leben gerufen. Zusammen mit Bruder Isaak Grünberger haben wir dieses „grüne Programm“ (die Farbe des Logos und die Namen der beiden Mönche waren namensgebend) im HAUS BENEDIKT, dem Stadtkloster der Mönche von Münsterschwarzach, gestaltet und Jahr für Jahr weiterentwickelt. Viele Menschen in beruflicher Verantwortung haben unsere Kurse im Kloster besucht und insbesondere die Dienstagabende mit P. Anselm als Inspiration geschätzt. Isaak, du, lieber Friedrich und ich, haben unzählige Stunden zusammengesessen, gedacht, gearbeitet, gelacht, auch mal geweint und in den Pausen gemeinsam gegessen und die Stille genossen. Unvergesslich sind unsere Reisen, die uns mit Abstand und erweiterter Perspektive auf neue Ideen kommen und unsere so einmalige Zusammensetzung vertiefen ließen. Dankbar erinnere ich auch die jährliche Klausur mit P. Anselm.

Für mich war diese Zusammenarbeit – nach anfänglichen Hürden und Befindlichkeiten – eine neue und wertvolle Erfahrung. Jeder war akzeptiert mit all seinen Stärken und Schwächen. Ich durfte so sein, wie ich bin, brauchte mich nicht verstellen und wurde gehalten und getröstet in schwierigen Zeiten. Jeder hatte seine Krisen, die wir gemeinsam ausgehalten und durchstanden haben. Arbeiten mit Sinn und Menschlichkeit, das haben wir gelebt und mit den Menschen geteilt, die ins HAUS BENEDIKT kamen.

Als die Abtei Ende 2010 dieses Bildungshaus aufgab, ging uns etwas wie Heimat verloren. Wir waren traurig und voller Fragezeichen: Machen wir weiter? Wer übernimmt Verantwortung? Wo können unsere Kurse stattfinden? Kann es gelingen, ohne die Abtei im Hintergrund? Gestärkt durch unsere Vision Menschen Wege zu zeigen wie gutes Wirtschaften in Verbindung mit gelebter Spiritualität zu einem erfüllten Leben und Arbeiten führt und mit dem Segen der Abtei machten wir weiter: Mutig, beseelt und voller Tatendrang gründeten wir TEAM BENEDIKT und führten unsere Kurse im Kloster fort. Zunächst am Schwanberg und später auch im Kloster Oberzell, das bedauerlicherweise genau zu dieser Zeit für eine mehrjährige Sanierung geschlossen wurde. Wir beide, lieber Friedrich, und vier unserer Kursleiter waren bereit, Geld und Zeit zu investieren, und sind Gesellschafter der neu gegründeten Gesellschaft geworden. Wir haben eine neue Basis gesucht und gefunden – uns neu gefunden. Glücklicherweise sind uns unsere Teilnehmer treu geblieben und jährlich sind neue Menschen dazu gekommen und die TEAM BENEDIKT-Kurse im Kloster sind zu einer Marke geworden.

Aufgrund persönlicher Veränderungen haben sich unsere Wege im Jahr 2012 getrennt und du bist als Gesellschafter und Kursleiter ausgeschieden. Das war durchaus schmerzhaft, doch die Wunden sind geheilt und es ging für alle gut weiter.

Friedrich, ich DANKE dir für eine jahrzehntelange persönliche Freundschaft, DANKE für das wohlwollende und stärkende Miteinander, DANKE für wertvolle Begegnungen und Erfahrungen in dieser gemeinsamen Zeit. Ohne dich, lieber Friedrich, gäbe es heute kein TEAM BENEDIKT. Du warst wesentlich am Aufbau und an unserem Erfolg beteiligt.

Voller Dankbarkeit und Anteilnahme sage ich auch im Namen aller Menschen im TEAM BENEDIKT, adieu, lieber Friedrich. Möge deine Seele in Frieden ruhen.

Eva Müller