Am Montag, 13. Juli 2026 fand die vierte MünchnerWerteRunde von TEAM BENEDIKT in der Benediktinerabtei St. Bonifaz statt. Zahlreiche werteinteressierte und systembewusste Menschen kamen zusammen, um sich einen Abend lang der Kardinaltugend Klugheit zu widmen. Einer Tugend, die gerade in einer zunehmend komplexen Welt aktueller denn je erscheint.
Nach der Begrüßung der Teilnehmenden durch Hubertus Spieler folgte eine kurze Einführung in die benediktinische Arbeitsweise. Der bewährte Rhythmus aus Stille, Impuls, Austausch und Reflexion nach dem Prinzip „ora et labora“ prägte auch diesen Abend.
Eine gemeinsame Erfahrung der Stille bildete den Auftakt und leitete über zu der Frage, was Klugheit eigentlich ausmacht. Nach einem kurzen Rückblick auf die vier Kardinaltugenden eröffnete Hubertus Spieler verschiedene Perspektiven auf die Tugend der Klugheit. In intensiven Zweiergesprächen tauschten sich die Teilnehmenden darüber aus, wie sie Klugheit verstehen, woran sie kluge Entscheidungen erkennen und welche Erfahrungen sie selbst damit verbinden. Das Wertequadrat machte anschließend deutlich, dass Klugheit ihre ganze Kraft erst im ausgewogenen Zusammenspiel mit Neugier und der Bereitschaft entfaltet, die eigene Unwissenheit anzuerkennen.
Nach einer anregenden Pause mit vielen persönlichen Gesprächen begann der zweite Teil des Abends erneut mit einer kurzen Zeit der Stille. Die Geschichte von den drei Sieben des Sokrates regte dazu an, über eine kluge und verantwortungsvolle Kommunikation nachzudenken. Anschließend spannte Hubertus Spieler den Bogen von der Klugheit zur Weisheit. Weisheit entsteht nicht allein durch Wissen. Sie wächst aus gelebter Erfahrung, guten Fragen, der Bereitschaft zum Lernen und der Kunst, das Leben bewusst zu gestalten.
Ein besonderer Höhepunkt des Abends war die exemplarische Bearbeitung eines beruflichen Anliegens im Rahmen einer Systemaufstellung. Ausgehend von der Frage „Wie lautet mein nächster Schritt?“ konnten die Teilnehmenden erleben, wie durch unterschiedliche Perspektiven neue Klarheit und überraschende Lösungsansätze entstehen konnten.
Zum Abschluss lud Hubertus Spieler mit den „fünf Geheimnissen des Lebens weiser Menschen“ zu einer persönlichen Reflexion ein. Sich selbst treu bleiben, mutig handeln, die Liebe lebendig halten, den Augenblick bewusst leben und ein wenig mehr geben als nehmen.
Mit der symbolischen Übergabe des Staffelstabes und einem herzlichen Dank an Thomas Frank, Marco Geier und Markus Kapfer, die die MünchnerWerteRunde ab dem kommenden Jahr weiterführen, endete ein inspirierender Abend. Den Abschluss bildete das Abendritual „Die Türe schließen“ von Pater Anselm Grün. Die Teilnehmenden nahmen viele Denkanstöße und wertvolle Begegnungen mit auf ihren Heimweg.
